Gute Vorsätze
In aller Herrgottsfrühe polterte es an der Tür. Zeit unseren Gastgebern auf dem Feld zu helfen. So früh so munter war ich schon lange nicht mehr.
Zum Frühstück gab es selbst gemachten Ziegenkäse und Grütze.
Die Mutter schien schlecht aufgelegt zu sein. Was ihr wohl über die Leber gekrochen war? Vielleicht hatte das mit Bimbas Anwesenheit zu tun. Vielleicht war sie eifersüchtig. Egal wie verschieden die Sitten sind, die menschlichen Grundgefühle bleiben doch überall dieselben. Obwohl das natürlich grobe Mutmassungen meinerseits sind.
Spätmorgens fuhren wir in ein Dorf, das auf Pferdezucht spezialisiert ist. Während unser Boss mit dem Pferdemann einen Preis aushandelte, spielte ich eine Partie Billard. Gegen die Dorfbewohner hatte ich keine Chance. Sie üben bestimmt jeden Tag. Eine andere Attraktion gibt es in diesem Weiler nicht. Nicht einmal die sonst übliche Fernsehhütte. Ich bin froh für sie und hoffe, dass sie die Fernsehhütte auch in Zukunft werden bleiben lassen.
Zeit für einen Ausritt. Zwei Frauen kamen mit mir, während es meine Crew vorzog sich im Dorf zu besaufen. Jedem sein Ding.
Vor dem Reiten hatte ich keine Angst und schon galoppierten wir über die Steppen. Ich wünschte mir nie damit aufzuhören zu müssen. Dies war, wonach ich mich so lange gesehnt hatte.
Nach all dieser Zeit in Männergesellschaft tat es richtig gut wieder mal mit Frauen Zeit zu verbringen. Nur schade, dass uns so wenig Zeit zum Schwatzen blieb. Ich nahm mir vor später einmal zurück zu kommen.
Wir übernachten bei einer Familie in der Jurte. Ich würde ihre beiden Kinder am liebsten abknuddeln, wie sie sich umarmen und strahlen. Wir spielen zusammen in der Abendsonne, während es aus dem Nachbarszelt bereits laut schnarcht.
Ich bin froh es nicht mit den Männern teilen zu müssen. Dort drinnen stinkt es bestimmt fürchterlich.
So unbeschwert habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt.



