Taxi Driver
Vor dem Hotel habe ich Alexander getroffen. Wir waren beide im Begriff je ein Taxi zu nehmen. Anstatt zu streiten, haben wir uns entschlossen eines zu teilen. Ich wollte einen Kunstplatz besuchen. Alexander hatte eigentlich was anderes vor, aber kurz entschlossen schloss er sich mir an. Eine sehr spontane Aktion. Da steigen zwei Menschen, die sich noch nie zuvor begegnet sind, in ein Taxi ein und entschliessen sich fünf Minuten später dazu den Tag zusammen zu verbringen. Also fuhren wir zu der Automatengalerie. Das ist ein Automat in einer Glasbox, wo man sich kleine Kunstwerke anschauen und kaufen kann. Wenn man die Box betritt, ertönt Musik, man wird begrüsst und das Licht geht an. Dann springt der Automat an und wartet brav, bis sich der Besucher für einen Künstler (Knopf) entschieden hat. Drückt man den Knopf, werden die kleinen Arbeiten in einem Fenster gezeigt. Nach der Box ging's weiter in einen Laden, wo wir uns ein Codewort für eine weitere Galerie verschaffen mussten. Eine Bekannte hatte mir gesagt, ich soll die Kassiererin fragen, wie viele Kinder die Cousine ihrer Schwägerin hätte. Das war gar nicht so einfach, wenn man kein Vietnamesisch spricht. Wir konnten zum Glück einen Dolmetscher finden. Der lachte sich schlapp. Die Verkäuferin verstand sofort, worum es ging und gab uns das Codewort. Sieben war die Antwort. Mit der Zahl ging's dann zu der Galerie. Diese befand sich in einem ganz normalen Haus. Zumindest von aussen hatte man diesen Eindruck. Drinnen jedoch hatte sich ein total verrückter Galerist sein Reich eingerichtet: Das Gebäude war Wohnhaus und Galerie in einem.



